Ratgeber · Fenster, Türen und Tore
Die Technik ist einfach – die Vorbereitung entscheidet
Welche Leerrohre, Fundamente und Höhen vor dem Pflastern stehen müssen, damit ein Tor später automatisch öffnet.
Ein Tor mit Antrieb nachzurüsten ist technisch kein Problem. Teuer wird es, wenn die Zufahrt dafür wieder geöffnet werden muss.
Dieser Beitrag beschreibt, was vor dem Pflastern liegen muss und wie Dreh- und Schiebetor sich im Platzbedarf unterscheiden.
Vorweg der wichtigste Satz: Alles, was später Strom braucht, braucht heute ein Leerrohr.
- Leerrohre zu beiden Torpfosten vor dem Pflastern legen
- Zugdraht einziehen und beide Enden markieren
- Drehtore brauchen Schwenkraum, Schiebetore Lauflänge
- Torpfosten werden stärker gegründet als Zwischenpfosten
Was an Leitungen gebraucht wird
Ein automatisches Tor braucht Strom am Antrieb, eine Steuerleitung zur Gegenstelle und eine Verbindung für die Sicherheitseinrichtung auf der anderen Seite der Einfahrt. Dazu kommen häufig Klingel, Gegensprechanlage und Beleuchtung.
Praktisch bedeutet das: mindestens zwei Leerrohre vom Haus zur Einfahrt und eines zwischen den beiden Pfosten, unter der Fahrbahn hindurch.
Drehtor oder Schiebetor
Beide öffnen dieselbe Einfahrt, brauchen aber unterschiedliche Flächen.
Zweiflügeliges Drehtor
Günstiger und optisch leichter. Es braucht Schwenkraum nach innen oder außen – bei einer kurzen Zufahrt, die direkt an der Straße beginnt, ist das selten möglich.
Schiebetor
Läuft seitlich auf oder neben einer Schiene. Es braucht Lauflänge neben der Einfahrt, etwa die Torbreite plus Zuschlag, dafür keinen Schwenkraum. Bei Gefälle an der Zufahrt die praktikablere Lösung.
Freitragendes Schiebetor
Ohne Bodenschiene, dadurch unempfindlich gegen Schnee und Laub. Braucht aber ein deutlich größeres Fundament, weil die Last auf zwei Punkten liegt.
Fundamente
Torpfosten tragen dauerhaft eine einseitige Last und nehmen bei jeder Bewegung Beschleunigungskräfte auf. Sie bekommen deshalb größere Fundamente als Zwischenpfosten, in frostfreier Tiefe.
Bei freitragenden Schiebetoren kommt ein längeres Streifenfundament für den Laufwagen dazu. Diese Maße gibt der Hersteller vor, und sie müssen vor dem Aushub bekannt sein.
Praxistipp: Legen Sie ein Leerrohr mehr als nötig. Im offenen Graben kostet es fast nichts und deckt später Kamera, Beleuchtung oder eine zweite Bedienstelle ab.
Höhen und Entwässerung
Ein Tor braucht Luft unter dem Blatt, und diese Luft hängt an der Höhe der gepflasterten Fläche. Wird nach der Montage noch aufgebaut, schleift das Tor.
Außerdem darf vor dem Tor kein Wasser stehen. Fällt die Zufahrt zum Tor hin, gehört eine Rinne davor – sonst friert im Winter genau dort eine Pfütze, wo das Tor aufsetzt.
Sicherheitseinrichtungen
Ein kraftbetätigtes Tor muss erkennen, wenn sich etwas im Weg befindet. Üblich sind Lichtschranken auf beiden Seiten und eine Kraftbegrenzung im Antrieb; bei Schiebetoren kommen Kontaktleisten an der Vorderkante dazu.
Diese Einrichtungen brauchen Leitungen auf beide Seiten der Einfahrt – genau deshalb gehört ein Leerrohr unter die Fahrbahn.
Stromausfall und Handbetrieb
Jeder Antrieb hat eine Entriegelung für den Handbetrieb. Wichtig ist, dass sie von außen erreichbar ist, wenn das Grundstück nur über das Tor zugänglich ist.
Wer das übersieht, steht bei Stromausfall vor dem eigenen Tor. Eine Gehtür neben der Einfahrt löst das zuverlässiger als jede Notentriegelung.
Praktisch hilfreich ist außerdem eine zweite Bedienstelle: ein Taster am Haus oder eine Funkbedienung, die unabhängig vom Fahrzeug funktioniert. Wer das Tor nur über den Handsender im Auto öffnen kann, steht als Fußgänger oder mit dem Fahrrad jedes Mal vor der verschlossenen Einfahrt.
Was ins Angebot gehört
Fünf Angaben: Zahl und Verlauf der Leerrohre, Fundamentmaße nach Herstellerangabe, Torbauart samt benötigter Fläche, die Sicherheitseinrichtungen und die Höhe der Fläche vor dem Tor.
Fehlen die Leerrohre, kommt der Antrieb später als Aufputzlösung oder gar nicht.
Fragen Sie auch nach einer Gehtür. Sie ist günstig und macht das Grundstück unabhängig vom Tor zugänglich.
Häufige Fragen
Welche Leerrohre braucht ein automatisches Tor?
Mindestens zwei vom Haus zur Einfahrt und eines unter der Fahrbahn zwischen den Pfosten, für Strom, Steuerung und Sicherheitseinrichtung.
Dreh- oder Schiebetor?
Drehtore sind günstiger, brauchen aber Schwenkraum. Schiebetore brauchen Lauflänge neben der Einfahrt und sind bei kurzer Zufahrt oder Gefälle die praktikablere Lösung.
Kann ein Antrieb nachgerüstet werden?
Technisch ja, wenn Leerrohre liegen und die Pfosten ausreichend gegründet sind. Fehlt beides, muss die Fläche geöffnet werden.
Was passiert bei Stromausfall?
Jeder Antrieb lässt sich von Hand entriegeln. Wichtig ist, dass die Entriegelung von außen erreichbar ist – oder dass eine Gehtür daneben existiert.
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