Ratgeber · Pflasterflächen, Einfahrten und Wege

Regenwasser auf dem Grundstück halten statt in den Kanal schicken

Offene Fugen, Rasengittersteine, Sickerpflaster: Welche Variante funktioniert, hängt vor allem vom Boden ab.

Jede befestigte Fläche verändert, wohin das Regenwasser läuft. Wo vorher versickert wurde, fließt es danach ab – meist in den Kanal.

Versickerungsfähige Beläge drehen das zurück. Sie funktionieren allerdings nicht überall, und ein paar Voraussetzungen müssen stimmen.

Dieser Beitrag beschreibt die Varianten, den nötigen Aufbau und die Frage, die vorher zu klären ist.

Kurz gesagt

  • Funktioniert nur, wenn der Boden das Wasser aufnimmt
  • Der gesamte Aufbau muss durchlässig sein, nicht nur die Fuge
  • Für befahrene Flächen gibt es geeignete Systeme
  • In vielen Kommunen wirkt sich die Fläche auf die Niederschlagsgebühr aus

Die Varianten im Überblick

Durchlässige Flächen gibt es in mehreren Abstufungen, von fast dicht bis weitgehend offen.

Erweiterte Fuge

Normales Pflaster mit breiterer, mit Splitt gefüllter Fuge. Nimmt einen Teil des Wassers auf, bleibt aber optisch eine geschlossene Fläche.

Sickerpflaster

Steine mit Abstandshaltern oder porösem Gefüge. Das Wasser läuft durch die Fuge oder durch den Stein selbst nach unten.

Rasenfugenstein und Rasengitter

Deutlich offener, mit Begrünung in den Zwischenräumen. Gut geeignet für selten befahrene Stellplätze, weniger für den täglichen Rangierbereich.

Schotterrasen

Die offenste Variante, ohne Stein. Trägt nur begrenzte Lasten und braucht Pflege, damit die Fläche nicht verschlämmt.

Der Boden entscheidet

Ein durchlässiger Belag nützt nichts, wenn das Wasser darunter nicht weiterkommt. Auf lehmigem, bindigem Boden steht es dann in der Tragschicht – mit dem Ergebnis, dass die Fläche im Frost arbeitet.

Ein einfacher Test vor der Planung: ein Loch von etwa einem halben Meter ausheben, mit Wasser füllen und beobachten. Läuft es innerhalb weniger Stunden ab, ist Versickerung ein gangbarer Weg. Steht es am nächsten Tag noch, nicht.

Auch die Lage zählt: Nahe am Keller oder an einer Böschung ist Versickerung nicht sinnvoll, selbst wenn der Boden sie hergäbe.

Handwerker richtet Pflastersteine mit einem Gummihammer aus

Teilweise fertig gepflasterte Außenfläche mit vorbereitetem Untergrund

Der Aufbau muss mitspielen

Durchlässig muss nicht nur die Oberfläche sein, sondern der gesamte Aufbau. Eine offene Fuge über einer dichten, feinkörnigen Tragschicht bringt nichts.

Verwendet werden deshalb Materialien mit geringem Feinkornanteil. Das macht den Aufbau etwas aufwendiger und erklärt den Preisunterschied gegenüber einer herkömmlichen Fläche.

Wichtig ist außerdem die Pflege: Feinmaterial setzt die Fuge mit der Zeit zu. Einmal im Jahr abkehren erhält die Wirkung über Jahre.

Was es finanziell bringt

In vielen Kommunen wird die Niederschlagswassergebühr nach versiegelter Fläche berechnet. Eine durchlässige Fläche kann dort niedriger eingestuft werden – teils muss sie dafür nachgewiesen werden.

Wie viel das ausmacht, unterscheidet sich stark. Die Nachfrage bei der Gemeinde lohnt sich, bevor die Entscheidung fällt, weil sie den Mehrpreis beim Bau relativieren kann.

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Wo wir davon abraten

Nicht jede Stelle eignet sich. Direkt am Kellerabgang, auf stark geneigten Flächen und überall dort, wo regelmäßig Öl oder Treibstoff anfallen kann, ist eine geschlossene Fläche mit geordneter Ableitung die bessere Wahl.

Auch bei täglich genutzten Stellplätzen mit viel Rangierverkehr stößt Rasengitter schnell an seine Grenze. Dort ist Sickerpflaster die haltbarere Variante.

Wie wir vorgehen

Wir prüfen beim Ortstermin den Boden, sehen uns Gefälle und Nachbarbebauung an und klären, was die Gemeinde verlangt. Daraus ergibt sich, ob und in welcher Form Versickerung sinnvoll ist.

Oft ist eine Mischung die beste Lösung: der befahrene Teil geschlossen mit Rinne, die Randbereiche und Stellflächen durchlässig.

Nachweis gegenüber der Gemeinde

Wer eine Gebührenermäßigung beantragt, braucht meist einen einfachen Nachweis: einen Lageplan mit der Fläche, die Angabe des verwendeten Systems und manchmal ein Datenblatt des Herstellers.

Wir stellen die Unterlagen zusammen, die wir aus dem Bau heraus liefern können. Den Antrag selbst stellt der Eigentümer, weil er an das Grundstück gebunden ist.

Häufige Fragen

Ist versickerungsfähiges Pflaster teurer?

Der Stein kostet meist etwas mehr, vor allem aber der Aufbau, weil Material mit geringem Feinkornanteil verwendet wird. Je nach Gebührenordnung der Gemeinde amortisiert sich das über die Jahre.

Kann man darauf parken?

Ja, wenn das System dafür ausgelegt ist. Sickerpflaster trägt Pkw-Lasten problemlos. Rasengitter eignet sich eher für selten genutzte Stellplätze.

Wie oft muss die Fläche gepflegt werden?

Einmal jährlich abkehren genügt in der Regel, damit die Fugen offen bleiben. Unter Bäumen kann es häufiger nötig sein.

Funktioniert das auch auf Lehmboden?

Nur eingeschränkt. Nimmt der Untergrund kein Wasser auf, staut es sich im Aufbau. Dann ist eine geschlossene Fläche mit geordneter Ableitung die sicherere Lösung.

Ratgeber

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